Neurodiversität und Gesundheit

 

Wer ist neurodivers / neuroatypisch?

Die Begriffe neurodivers bzw. neuroatypisch wurden geschaffen, um neurologische Besonderheiten vom Makel des Grundsätzlich-Krankhaften zu befreien und klarzustellen, dass sie zunächst als Ausdruck der menschlichen Biodiversität zu verstehen sind. Zwar werden die Begriffe derzeit häufig im Zusammenhang mit Bipolarität und Autismus verwendet, doch zeigt sich bereits hier deutlich die Problematik, denn Menschen mit dieser Veranlagung können durchaus so lebenstüchtig sein, dass sie noch nicht einmal diagnostiziert werden.

Warum sollte ich mich damit befassen?

Ist Ihnen als Betroffener die Besonderheit nicht bewusst, führt die unerkannte Neurodiversität zu einer unbewussten Anpassung an das „Normale“. Dabei geht diese unbewusste Anpassung oft über das für Sie zuträgliche Maß hinaus. Sie geht in Selbstverleugnung über und führt zu inneren Konflikten und damit krankmachendem Stress. Zudem werden dann auch die Besonderheiten des Körpers nicht berücksichtigt und dadurch ebenfalls die Gesundheit geschädigt. So gibt es beispielsweise eine Assoziation von Autismus mit Glutensensitivität. Ist der Autismus nicht bekannt, so wird auch diese Besonderheit nicht abgeklärt und Symptome auch nicht damit in Verbindung gebracht.

Je mehr Du anders bist als die anderen, um so wichtiger ist es, eine innere Klarheit über die Art Deines Anderssein zu haben.

Erst das Verstehen der eigenen Wesenshaftigkeit und Bedürfnisse erlaubt eine gesunde Balance zwischen Anpassung und individueller Entfaltung. Inwieweit man sich mit seinen Besonderheiten dabei auch outet, entscheidet sich entlang dieser persönlichen Balance.