Schimmel – Wegbereiter der Viren

Pandemien kommen, Pandemien gehen, Schimmel bleiben. Seit gut hundert Jahren wird dem Paradigma gehuldigt, dass aggressive Viren für Pandemien verantwortlich sind. Ob Spanische Grippe, Schweinegrippe, Masernepidemien … immer wieder sind es aggressive Viren, die sich verbreiten. Als logische Folge wird ein »Krieg gegen Viren« geführt. Doch ohne Erfolg! Erneut schlägt nun ein Virus zu. Einmal mehr wird das Virus von allen Seiten beleuchtet. Die Randbedingungen des Geschehens bleiben dabei völlig unbeachtet. Dabei verweist die aktuelle Krise geradezu überdeutlich auf mindestens zwei dieser Faktoren: Immuninterferenzen und Mykotoxine. Eine Spurensuche in den Speisekammern der Menschheit.

Immuninterferenzen

Schon R. Edgar Hope-Simpson hat mit seinen Thesen die Widersprüche des modernen Paradigmas der virusbedingten Epidemien herausgearbeitet. (Allgemeine Überlegungen zu Viren finden Sie im Anhang des Beitrags.) Noch mehr wird dieses Paradigma nun von den aktuellen Ereignissen überholt. Während hierzulande eine durchschnittliche Sterblichkeit gegeben ist, ist sie an anderen Orten der Welt deutlich erhöht. Diese Unterschiede lassen sich nur sehr vordergründig durch Virusmutationen oder Viruslast erklären. Tatsächlich verweisen sie überdeutlich auf die Bedeutung der Milieufaktoren des viralen Geschehens. Und das Milieu für Humanviren ist unser Körper.

Spurensuche im Muff

Natürlich sind Personen mit bereits bestehenden Erkrankungen gefährdeter zu versterben als vitale Personen. Doch warum sind unter den COVID-19-Toten so viele Übergewichtige? Warum trifft es gerade Raucher und Herz-Kreislauf-Erkrankte? Warum Diabetiker? Und haben diese Erkrankungen vielleicht irgend etwas gemeinsam?

In meiner Spurensuche kristallisieren sich vor allem zwei bedeutsame Stränge. Zunächst spielen Immuninterferenzen eine Rolle, wie sie durch Impfungen ausgelöst werden. In den besonders betroffenen Regionen Europas gab es offenbar vorausgehend (Influenza-)Impfkampagnen. Dass dies zu einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber anderen viralen Atemwegserkrankungen führt, hat bereits Benjamin J. Cowling (2012) gezeigt. Auch andere Autoren (John J. Canell et al, 2008) stimmen damit überein. Ob Immuninterferenzen auch durch Mykotoxine bewirkt werden können, lässt sich derzeit nicht beantworten. Nach allem, was ich über Schimmel weiß, würde es aber gut ins Bild passen.

Hier möchte ich deshalb nur der Spur der Schimmel folgen. Und sie führt uns direkt in die Vorratskammern der Welt und zur größten Plage aller sesshaften Kulturen: Schimmel im Essen.

Essen, Übergewicht und Diabetes – erste Verdächtige

Nun wird es in endlosen Veröffentlichungen als selbstverständlich betrachtet, dass man von zu vielen Kalorien dick wird. Bereits 1944 wurde dieses Narrativ widerlegt im Minnesota Starvation Experiment. Danach gab es weitere Forschungen mit denselben Ergebnissen. Doch was macht nun wirklich übergewichtig?

Achim Peter et al. haben in der Selfish Brain Theory einige tatsächliche Einflussfaktoren zusammengefügt. Ein besonders fetter Faktor ist darin allerdings noch nicht berücksichtigt: Mykotoxine. Von Zearalenon (ZEA) ist bereits bekannt, dass es zu Übergewicht führt. Das Schimmelgift wirkt östrogenartig. Zearalenon findet sich im Getreide und insbesondere im Mais.

Tacos, Tortillas, Cornflakes, Polenta, Softdrinks (mit Cornsirup), … die Welt liebt Mais. Ein Beleg für die Folgen ist die mexikanische Bevölkerung. Mexiko gilt als Übergewichts- und auch als Diabetesweltmeister. Es soll übrigens sogar synthetisches ZEA geben, das in der Tiermast genutzt wird, um die Gewichtszunahme zu beschleunigen. Doch erklärt ZEA die anderen Risikofaktoren nur unzureichend. Mit Getreideprodukten nehmen wir jedoch stets einen Cocktail an Schimmelgiften zu uns. (Mehr dazu in meinem Beitrag Schimmel und Getreide – ziemlich beste Freunde) Gibt es auch bei den anderen Risikofaktoren einen Bezug zu den Mykotoxinen?

Arteriosklerose wird durch Mykotoxine verursacht

Den Zusammenhang von Arteriosklerose und Mykotoxinen hat der Direktor des WHO-Zentrums Mykotoxine Antonio Vito Constantini (Umweltmed, 1993) bereits hergestellt. Und, nun ja, wir finden diesen Zusammenhang ebenfalls im pharaonischen Ägypten. Viele Mumifizierte hatten eine ausgeprägte Arteriosklerose. Dabei stammten diese Betroffenen aus der Oberschicht und hatten daher sicher den besten Weizen. Das könnte unseren modernen Verhältnissen also sehr nahe kommen.

Der Zusammenhang von Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gilt auch hierzulande als gesichert. Zusammen mit Diabetes, Adipositas und Gicht fasst man diese Erscheinungen als Metabolisches Syndrom zusammen. Die COVID-19-Hochrisikopatienten zeigen alle Vorerkrankungen, die dem Metabolischen Syndrom zugeordnet werden. Umgekehrt können Schimmelbelastungen durchaus die Erscheinungen des Metabolischen Syndroms hervorrufen. Einer der ersten Effekte ist der Anstieg des Cholesterins und der Blutfette. Doch wie fügt sich dies zur Infektbereitschaft?

Schimmel und Getreide – ziemlich beste Freunde

Nun trägt ZEA selbst wohl nur wenig zur Infektbereitschaft bei. Jedoch sind Schimmel und Getreide – ziemlich beste Freunde. Letztlich ist wohl jedes Getreide mit Schimmelgiften belastet … unterschiedliche Gifte in unterschiedlichen Mengen, teils messbar, teils maskiert.

Das Ausmaß dieser Kontamination hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab. So sind Nacktgetreide (z. B. Weizen, Mais) durchweg stärker kontaminiert als Spelzgetreide (z. B. Dinkel). Moderne Anbauverfahren erhöhen die Kontamination. Witterung und Klimawandel beeinflussen die Belastung. Ein weiterer Einflussfaktor ist die Lagerung. Ist das Getreide nicht trocken genug, wachsen die Schimmel weiter. Lagerpilze gesellen sich hinzu. Unter den Armutsbedingungen vieler Länder ist dies eine alltägliche Situation. Geschätzt zwei Drittel der afrikanischen Getreideernte überschreitet deshalb die EU-Höchstmengen. In anderen Regionen ist die Situation ähnlich. (Dies trägt auch bei zur Übersterblichkeit der armen Bevölkerung bei Pandemien nebst unzureichender medizinischer Versorgung etc.)

Verschimmelte Ernten – kranke Tiere

Schimmelbelastung in Getreide und anderen Nahrungsmitteln ist ein riesiges weltweites Problem. Geschätzt ein Viertel der Weltnahrungsproduktion geht durch Schimmel verloren (WHO zugeschrieben, ohne bekannte Quelle). Und die restlichen Dreiviertel bewegen sich nur innerhalb industriefreundlicher Höchstwerte. Solche gibt es auch in der EU nur für neun Mykotoxine überhaupt. Ein Monitoring gibt es nur als Überwachung der Höchstwerte. Wir sind jedoch mindestens 20 Mykotoxinen regelmäßig ausgesetzt in unserer Nahrung. Zudem gibt es maskierte Mykotoxine, die nicht erfasst werden. (vgl. Berthiller et al., 2006).

Futtermittel enthalten noch wesentlich mehr Schimmelgifte als Nahrungsmittel. Gerade für Futtermittel (Getreide, Soja etc.) wird Importware aus Hochrisikogebieten verwendet. Davon werden auch die Tiere krank. Und dadurch enthält auch das Fleisch der Masttiere Mykotoxine. Insbesondere das immunschädigende Ochratoxin A gelangt so in die Fleischtöpfe der Welt.

Verwobene Welten

Ob Pizza und Pasta, Hamburger und Steak, Couscous und Huhn … eine getreide-fleischbasierte Kost bringt eine erhebliche Mykotoxinlast mit sich. Auch die beliebten Softdrinks enthalten Fruktosesirup aus Mais. Was dies mit dem Menschen macht, illustriert der Film von Morgan Spurlock – Supersize me. (Anm.: Der Film beleuchtet zwar vordergründig Fastfood und Übergewicht, doch wie erläutert, erklären sich die Effekte erst unter Berücksichtigung der Mykotoxinlast.)

In anderen Regionen der Welt ist die Mykotoxinbelastung noch weit gravierender als in Europa oder USA. Dort sind die Menschen teils gezwungen, selbst erkennbar belastetes Getreide zu essen. Mykotoxin-Malnutrition-Syndrome wie Kwashiorkor sind die Folge. Der Mechanismus von Krieg, Armut, Mangelernährung und Sterblichkeit kommt schon in den Apokalyptischen Reitern der Bibel zum Ausdruck. Doch wer hat je auf die »Pferde« geachtet, die ihnen erst solch apokalyptische Macht verleihen? Ist Schimmel der Wegbereiter für die Viren?

Mykotoxine sind immunotoxisch

Eine ganze Reihe von Mykotoxinen wirken auch immunsuppressiv. Dies nutzt man auch medizinisch, z. B. im Cyclosporin. Bei Antibiotika (Penicillin, Cephalosporine) nimmt man diesen Effekt gern in Kauf, da so auch die Abwehrreaktionen zurückgehen. Deshalb fühlt man sich auch beim Virusinfekt unter Antibiotika einfach weniger krank.

Einige Nahrungs-Mykotoxine sind antibiotisch wirksam und schädigen so das Darmmikrobiom. Ein geschädigtes Mikrobiom geht ebenfalls mit einer erhöhten Infektanfälligkeit einher. Mykotoxine schädigen die Körperabwehr auf vielfältige Weise, zum Teil auch dauerhaft.

Schimmel – der unsichtbare Feind

Der Schimmel durchzieht wie ein dünnes Geflecht unser Leben. Schwammig und kaum sichtbar sind auch seine Wirkungen. Bestimmte Erkrankungen wie Reizdarm und Asthma werden bis heute nicht mit Mykotoxinen in Verbindung gebracht. Die Fachwelt ist sich des Problems allenfalls teilweise bewusst. Seit mindestens 20 Jahren gibt es in Europa keine angemessenen Forschungsanstrengungen zu den Mykotoxinfolgen beim Menschen. Man wähnt man sich offensichtlich auf der sicheren Seite durch die Mykotoxin-Höchstmengenverordnung. Schimmel wird als Dritte-Welt-Problem behandelt. Aktuelle Studien finden sich nur im Agrarbereich. Dementsprechend müssen wir hier auch Befunde aus der Tierzucht heranziehen. Insbesondere Befunde aus der Schweinezucht sind auch auf den Menschen anwendbar.

Schwammige Beschwerden

Es herrscht die einhellige Fachmeinung, dass die Symptome der Belastung sehr unspezifisch sind. Eine erhöhte Infektanfälligkeit wird jedoch als typisch gesehen. Selbst bei Menschen, die eine höhere Mykotoxinlast haben, sind die Erscheinungen noch schwer zu fassen. Wir dürfen also nicht erwarten, dass wir nach einem belasteten Essen Vergiftungszeichen sehen. Dafür sind die Mengen zu gering.

Meist treten die Erkrankungen erst im Zusammenwirken mit anderen Faktoren auf. Auf dem Boden schimmelgiftgeschädigter Organe kann ein Virusinfekt dann eine völlig andere Dimension annehmen. Die Gifteffekte ergeben sich erst über längere Zeit als chronische Schädigung. Leber, Niere, Nervensystem, Immunsystem sind die sichtbar betroffenen Organsysteme. Teils werden die Gifte auch angereichert, so dass die Effekte erst nach Jahren auftreten. Während man hierzulande erst ab der Lebensmitte eine kritische Belastung erreicht, kann dies in anderen Regionen bereits in jungen Jahren der Fall sein.

Statt auf die Viren zu starren, sollten wir deshalb Ausschau halten nach Belastungsprofilen und bestimmten allgemeinen Syndromen. Dazu gehören neben dem Metabolischen Syndrom auch allgemeine Magen-Darm-Störungen, Migräne, Menstruationsstörungen, Fruchtbarkeitsstörungen, vorzeitige Alterung, Krebs uam.

Das Schimmel-Belastungsprofil erkennen

Einen Großteil dieser Mykotoxine nehmen wir durch Produkte aus Nacktgetreiden zu uns. Brot, Semmeln, Buns, Gebäck, Fruktosesirup usw. Weiter spielen Nüsse, Erdnüsse, Ölsaaten, Hülsenfrüchte und Fleisch eine Rolle. Auch Kaffee, Gewürze, Schwarztee und Tabakwaren tragen erkennbar zur Belastung bei. Alle fermentierten Produkte aus warmen Regionen sind schimmelgefährdet in der Herstellung. So ergibt sich für verschiedene Volksgruppen ein recht unterschiedliches Risikoprofil. Diese Lebens- und Ernährungsunterschiede spiegeln sich nun in der Sterblichkeit der Pandemie.

Anhang Grundlegende Überlegungen zu Viren

Viren sind Erbgut-Vesikel

Zunächst ist ein Virus DNA bzw. RNA in einer Hülle. Es ist noch nicht einmal ein Lebewesen. Weder kann es sich selbst vermehren noch hat es Stoffwechsel noch sonst etwas Lebendiges. Es ist also nur ein winziges Eiweißkrümel. Ein Virus kann sich nur anheften an eine Zelle. Mit Leben erfüllen kann es nur der Organismus. Frei nach Claude Bernard: Das Virus ist nichts, das Milieu ist alles.

Der Organismus ist der große Lebensspender der Viren

Ob Viren sich vermehren können, hängt also maßgeblich vom Organismus ab. Die Gegenwart von Viren wie SARS-Co-2 (COVID-19) oder H1N1 (Spanische Grippe) bewirkt noch keine Infektion (vgl. John J. Canell, 2008). Wir atmen laufend Viren ein … im Bus, in der Konferenz, im Lokal usw. Sind wir also auch ständig krank? Nein. Es braucht die Infektbereitschaft des Organismus. Nur dann kommt es zur Erkrankung.

Keine Infektion ohne infektbereiten Organismus

Die verfügbaren Zahlen über COVID-19 sind leider so verzerrt, dass sie nicht für exakte Betrachtungen taugen. Doch sie unterstützen ein paar grundlegende Aussagen. Insbesondere stimmen sie darin überein, dass sowohl die Infektion als auch der Ausgang der Erkrankung von Eigenschaften der Betroffenen abhängen. Ein und dasselbe Corona-Virus führt bei weit mehr als der Hälfte der Menschen zu keiner Infektion.

Die andere Hälfte (Infizierte) teilt sich in milde bis tödliche Verläufe. Wenn wir ein beliebiges anderes Virus betrachten, so werden wir das immer gleiche Bild vor uns haben (mit unterschiedlichen prozentualen Anteilen). Es gibt Uninfizierte trotz Viruskontakt und es gibt Infizierte mit sehr unterschiedlichen Verläufen.

Nun wird von Virologen gerne ins Feld geführt, dass dies von einer unterschiedlichen Menge aufgenommener Viren (Viruslast) abhängig wäre. Das klingt plausibel, ist aber bereits durch Ansteckungsversuche während der Spanischen Grippe widerlegt worden. In diesen historischen Ansteckungsversuchen konnte kein einziger der nicht-ganz-freiwilligen Versuchspersonen infiziert werden. Dabei gilt diese Grippewelle am Ende des 1. Weltkriegs als der Prototyp moderner Pandemien. Nach dem Prinzip der Apokalyptischen Reiter folgte hier dem Weltkrieg die Teuerung und der Hunger. Dabei war bereits bei Kriegsbeginn das Essen zu knapp. Hunger bedeutet hier vor allem minderes, halbverdorbenes Essen und auch davon zu wenig. Eine so geschwächte Bevölkerung ist leichte Beute für Krankheitserreger. Die hohe Sterblichkeit der Spanischen Grippe unterstreicht damit die Bedeutsamkeit der Milieufaktoren. Die vielbeschworene Virusaggressivität belegt sie keineswegs.

Nun gibt es praktisch im jährlichen Rhythmus Pandemien mit viralen Atemwegsinfekten. Allerdings schwankt die Zahl der schwer Erkrankten bzw. Toten von Jahr zu Jahr erheblich. Noch kurioser ist, dass die Zahl schwerer Verläufe und Todesfälle auch von Region zu Region stark schwankt. Die aktuelle Pandemie macht hier keine Ausnahme. So ist die Sterblichkeit in Amerika deutlich höher als in Deutschland. Behandlungsfehler und statistische Verzerrungen erklären dieses Phänomen nur teilweise. Anstatt also immer nur auf das Virus zu starren, müssen wir das Gesamtgeschehen betrachten und den massiven Einfluss von Randbedingungen einbeziehen in die Überlegungen.