Hygiene in den Zeiten der Corona

Hygiene in den Zeiten der Corona

»Mund-Nasen-Bedeckungen (MNBs, Community-Masken)« nutzen nicht mehr als die Pestmasken des Mittelalters. Dennoch mühen sich allerorten Verkäuferinnen mit Mundschutz und tropfenden Gummihandschuhen vor ebenso maskierten Kunden. Und über allem schwebt der alkoholische Odem der Desinfektion. Genug Mediziner haben inzwischen dargelegt, dass dies problematisch ist. Meine Empfehlungen für Hygiene in den Zeiten der Corona …

Eine Vorbemerkung

Hygiene ist das Bemühen um gesundheitsfördernde Umstände ganz allgemein. Daher schließe ich die psychische Hygiene stets in meine Überlegungen mit ein. Entsprechend spielt schon der Titel an auf den Roman Die Liebe in den Zeiten der Cholera (Gabriel García Márquez – El amor en los tiempos del cólera, 1985).

Das ist ein kleiner Anstoß, auch darüber nachzudenken, wie wir uns selbst durch Narrative (Erzählungen; i.e.S. weithin akzeptierte Zerrbilder der Wirklichkeit) korrumpieren und einschränken. Machen wir uns nichts vor, die Natur kümmert sich nicht um die Inszenierungen der Pharmaindustrie und ihrer Helfer. Auch unsere Verbeugungen vor den »Experten« werden uns nicht vor den Folgen bewahren. Die Experten werden fröhlich von dannen ziehen. Wir müssen am Ende damit leben.

Deshalb ergänze ich diese ganzheitlich-hygienischen Aspekte aus meinem Beitrag Sauberkeit und Hygiene im Alltag um Empfehlungen zum Thema Maskenpflicht und Handschuhe im Alltag.

»Community-Masken« (Mund-Nasen-Bedeckung, MND)

Es ist bereits genug Kritisches geschrieben worden über die Maskenpflicht. Selbst Weltärztepräsident F. U. Montgomery hat sich ja deutlich geäußert. Entsprechend hat das BfArM mit Hinweisen zur Verwendung von selbst hergestellten Masken nachgelegt. (Diese Information enthält auch Information über Maskentypen und ihre Unterschiede).

Doch hat das Tragen einer Gesichtsmaske auch eine psychosoziale Dimension. Zunächst macht uns eine Maske zur Nichtperson. Sie macht uns gefühlt unsichtbar. Man fühlt sich inkognito. Das ist sehr verlockend, wenn man sich bedroht fühlt. Doch bewirkt es eine soziale (!) Unsichtbarkeit, und keine Immunität. Was es heißt, sozial unsichtbar zu sein, wird Ihnen vielleicht klarer, wenn Sie sich mit den Auswirkungen des Hidschab (islamisches Kopftuch) befassen.

»Masken-Angst«

Manche Hochsensible erleben Gefühle der Angst durch das Tragen der Masken. Auch Menschen mit Traumen fühlen unter Umständen konfrontiert mit Erlebtem. Statt einer festsitzenden Maske kann versucht werden, luftigere Baumwollstoffe zu benutzen oder ein Face-Shield. Auch Üben in einem privaten Umfeld kann helfen, mit dem Maskengebot zurecht zu kommen.

Die CO2-Rückatmung

Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) bewirkt eine Rückatmung von Kohlendioxid. Beim kurzzeitigen Tragen sollte dies allgemein kein Problem darstellen. Bei körperlicher Belastung bzw. bei bestimmten Vorerkrankungen kann das handfeste Folgen haben.

Unmittelbar gefährdet durch das Maskentragen sind Menschen mit Herzenge (Angina pectoris) oder deutlich eingeschränkter Lungenfunktion. Das betrifft beispielsweise Menschen mit Asthma, Rechtsherzinsuffizienz, Staublunge und anderen chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD). Maskentragen bei starker körperlicher Anstrengung kann hier zu einer lebensbedrohlichen Übersäuerung durch Kohlendioxid im Blut führen. Dies nennt man Hyperkapnie.

Fachlich korrekt: »Bei starker körperlicher Anstrengung besteht bei ihnen die Gefahr der Hyperkapnie. Kann das Kohlendioxid (CO2) aufgrund des erhöhten Luftwiderstands in der Maske nicht richtig abgeatmet werden, kann es sich im Blut anreichern und den pH-Wert im Blut senken. Der erhöhte CO2-Partialdruck könnte dann zu einer respiratorischen Azidose führen.« (Edwin Böhlke, Oberarzt, in Ärzteblatt Online-Ausgabe v. 27.04.2020).

Warnzeichen einer Hyperkapnie

Erste Anzeichen einer Kohlendioxidüberladung sind Kopfschmerzen, Schwindel, fleckige Rötungen, Muskelzucken oder Herzstolpern. Bei stärkerer Überlastung können auch Angstgefühle, Krampfanfälle oder Verwirrtheit auftreten. Das Denken ist beeinträchtigt.

Maskentragen gefährdet auch Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Zunächst erbringt das Herz Hochleistung unter Sauerstoffnot. Das vorgeschädigte Herz kann überlastet werden. Weiter können sich unmittelbar Blutgerinnsel aus den Herzohren lösen und Schlaganfälle, Herzinfarkte und Thrombosen verursachen. Unter Sauerstoffmangel reagiert man deutlich schlechter. Die Gefahr von Fehlleistungen steigt, Ohnmachten drohen. Auch wenn es nicht zur Ohnmacht kommt, kann dies zu Stürzen führen. Knochenbrüche und Verletzungen sind jedoch gerade für diese Menschen typische Sturzfolgen. Zugleich lösen Sturzfolgen gerade bei diesen Menschen eine Abwärtsspirale aus.

Eine erhöhte CO2-Last erschwert weiter die Säureausscheidung aus dem Körper. Generell erhöht sich so die Säurelast im Gewebe. Dadurch werden wiederum Vorerkrankungen verschlechtert. Das betrifft metabolische Störungen wie Gicht und Diabetes ebenso wie rheumatische und entzündliche Erkrankungen.

Längerfristig führt die wiederholte Erhöhung der CO2-Last zur Vermehrung der roten Blutkörperchen (erhöhter Hämatokrit, Plethora). Der Körper passt sich an. Dies ist vergleichbar mit dem Einfluss des Rauchens. Dadurch steigt leider die Gefahr von Blutgerinnseln an. Und damit steigt die Gefahr von Schlaganfällen, Thrombosen, Beinthrombosen, Herzinfarkten. Die wiederholten Überlastungen verschlechtern natürlich die bereits bestehenden Herzschäden weiter.

Ein Gefühl, was eine erschwerte Atmung für das geschwächte Herz bedeutet, beschreibt eine Atemschutz-Belastungsübung der Feuerwehr.

Maskentragen begünstigt Hauterkrankungen

Längeres Maskentragen führt generell zu einem feuchtwarmen Klima und begünstigt so auch Hauterkrankungen im Mundbereich.

Handschuhe

Die üblichen Einmalhandschuhe aus Latex/Nitril sind leider nicht keimdicht. Keime aller Art durchdringen das Material und sammeln sich auf der feuchten Haut an. Diese Handschuhe wurden entwickelt für den kurzen Gebrauch, z. B. die körperliche Untersuchung. Längerer Gebrauch schafft ein sehr unhygienisches Klima im Handschuh. Im medizinischen Alltag desinfiziert man deshalb die Hände vor und nach Gebrauch. Zumindest sollte das so sein.

Trotz allem Richtigmachen sind im medizinischen Bereich Kontaktallergien gegen Handschuhe verbreitet. Längeres Tragen von Handschuhen schädigt die Haut durch den unzureichenden Austausch mit der Luft und das Aufweichen der Haut. Die Haut »erstickt«. Und schon sind Pilze bereit, Gewinner der Stunde zu werden, zumal sie von Desinfektionsmitteln nur unzureichend abgetötet werden.

Desinfektionsmittel

Inzwischen desinfiziert man sich beim Einkaufen etc. gezwungenermaßen mehrmals am Tag die Hände. Zusätzlich ereifern sich Geschäfte im Desinfizieren an Einkaufswägen, Auslagen etc. Sprühen – nachwischen … durch diese falsche Handhabung werden jedoch mehr Keime verschmiert als getötet. Mehr zum richtigen Desinfizieren finden sie im Beitrag Sauberkeit und Hygiene im Alltag.

Desinfektionsmittel führen – insbesondere wenn falsch angewendet – bereits nach kurzer Zeit zu resistenten Keimen. Was bislang als Problem von Krankeneinrichtungen galt, wird also gerade zum flächendeckenden Problem ausgeweitet. Hier bahnt sich eine Folge-Pandemie an. Wir müssen künftig auch im Alltagsleben verstärkt mit multiresistenten Keime rechnen.

Die Schädigung des Bakterienmantels der Haut begünstigt Hauterkrankungen zusätzlich zu den ungünstigen Effekten der Handschuhe. Auch Desinfektionsmittel verursachen Kontaktallergien, z. B. durch Aminoalkohole. Zudem werden Menschen mit vorhandenen Allergien in den Allergenkontakt genötigt.

Desinfektionsmittelrückstände an den Einkaufwägen etc. werden verschmiert auf offene Nahrungsmittel wie Obst und Gemüse. Das schädigt das Darmmikrobiom (= Darmflora).

Ein Effekt auf Viren ist übrigens kaum gegeben, da die eingesetzten Mittel
grundsätzlich nur begrenzt wirksam sind gegen Viren. Vor allem aber werden die Einwirkzeiten (1 Minute Feuchtigkeitsfilm) nicht eingehalten. Glücklicherweise ist die Weitergabe von Corona-Viren durch Oberflächen relativ unbedeutend. Bereits nach kurzer Zeit sind die Viren nicht mehr infektiös.

Tatsächlich zeigt sich in den neuesten Veröffentlichungen, dass z. B. Klimaanlagen wirkliche Keimschleudern sind. Im Prinzip wissen wir das längst. Jetzt wurde es explizit auch für COVID-19 nachgewiesen (Jianyun Lu et al. COVID-19 Outbreak Associated with Air Conditioning in Restaurant, Guangzhou, China, 2020)

Sinnvolle Corona-Hygiene für den Alltag

Die Technik der reinen Hand

In Ländern mit archaischen Verhältnissen ist es ganz normal, dass man eine reine und eine unreine Hand hat. Als rein gilt dabei die rechte Hand, die linke als unrein. Hierzulande können Sie rechts und links natürlich tauschen. Mit der reinen Hand fassen Sie Essen, Nahrungsmittel und alles »Reine« an. Mit der unreinen Hand lenken Sie den Einkaufswagen, öffnen die Türen usw. Dadurch minimieren Sie im Alltag Kontaminationen aller Art, nicht nur Viren und Desinfektionsrückstände.

Ellbogentechnik

Lichtschalter, Türgriffe, Einhandmischer (=Wasserhahn), Spender etc. kann man gut mit dem Ellbogen öffnen und schließen, Türen kann man auch mit sanftem Stoß schließen. All das, was Sie im Alltag ohnehin machen, wenn Sie die Hände voll haben, kann auch den Handkontakt mit Türgriffen und ähnlichem vermeiden helfen.

Mund-Nasen-Bedeckung

Tragen Sie Mund-Nasen-Bedeckungen (MNDs) nur, wenn wirklich gefordert. Vermeiden Sie, sich beim An- und Ausziehen der Maske ins Gesicht zu fassen. Verwenden Sie MNDs aus gut waschbaren leichten und saugfähigen Stoffen (Baumwolle, Leinen).

Sollten Sie genötigt sein, solche Masken länger zu tragen, dann sollten Sie mehrere besitzen, so dass Sie wechseln können. Waschen Sie die Masken regelmäßig – ein normaler Vollwaschgang ist dabei völlig ausreichend.

Desinfektion

Unterlassen Sie vorbeugendes Desinfizieren. Wenn Sie punktuell desinfizieren müssen, dann bitte richtig (siehe Beitrag Sauberkeit und Hygiene im Alltag).

Achten Sie darauf, Desinfektionsrückstände nicht auf Nahrungsmittel zu verschmieren, z. B. in dem Sie beim Einkauf vom desinfizieren Einkaufswagen zum offenen Gemüse zu greifen.

With a little help from my friends

Wir können Keimbesiedelung im Alltag nicht verhindern, aber wir können wählen, mit welchen Keimen wir leben möchten. Wo wir harmlose Keime wegdesinfizieren, werden »harte Gesellen« die Lücken füllen. Wo wir Bakteriengesellschaften zerstören, kommen Hefen und Schimmel. Mehr zum Thema Schimmel finden Sie im Beitrag Schimmel im Essen – zwischen Edel und Ekel.

Stärken Sie deshalb die gesundheitsfördernden Keime in Ihrem Wohnbereich, auf Ihrer Haut und im Darm. Solche Bakterien sind natürliche Gegenspieler der krankheitserregenden Keime.